Hunde- und Katzenfutter – Tipps zur Wahl des richtigen Futters

Die artgerechte Fütterung von Hunden und Katzen ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die ein Tierhalter oder eine Tierhalterin treffen muss. Das Angebot im Fach- oder Onlinehandel ist sehr groß, es gibt diverse Nachschlagewerke und auch Tierärzte und Tierärztinnen stehen mit Ernährungsratschlägen zur Verfügung. Wir möchten Ihnen in diesem Beitrag einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der Fütterung Ihres Hundes oder Ihrer Katze geben und Ihnen somit helfen, die Wahl ein wenig erleichtern.

Hundefutter wird als Nass- oder Trockenfutter für Welpen, erwachsene Tiere, nahrungssensible Hunde und Senioren angeboten. Viele Hundehalter und Hundehalterinnen geben Trockenfutter aufgrund seiner besseren Lagerfähigkeit und einfacheren Verfütterung den Vorzug. Trockenfutter wird mittels Back- oder Pressverfahren hergestellt und weist daher einen geringeren Wassergehalt als Nassfutter auf. Die im Futter enthaltene Stärke wird durch das Herstellungsverfahren aufgespalten und ist somit besser verdaulich, jedoch werden andere Nährstoffe zerstört und müssen nachträglich zugeführt werden. Trockenfutter ist als Ergänzung und als Futtermittel für Unterwegs geeignet, sollte jedoch nicht das alleinige Fütterungsmittel sein.  Bei der Auswahl des richtigen Nassfutters ist ein hoher Fleischanteil entscheidend. Im Gegensatz zum Trockenfutter verfügt Nassfutter über einen höheren Wasseranteil. Qualitativ hochwertiges Nassfutter (wie etwa von „Rinti“ oder die dm – Eigenmarke „Dein Bestes“) zeichnet sich durch einen hohen Muskelfleischanteil, sowie durch das Weglassen von Zucker, Salz und anderen Geschmacksverstärkern aus.

Frisches Wasser sollte für Ihren Hund immer bereit stehen und mindestens einmal am Tag gewechselt werden. Frisst Ihr Hund vorwiegend Trockenfutter, so wird er mehr trinken müssen, um seinen Wasserhaushalt im Gleichgewicht zu halten. In diesem Fall, oder bei hohen Temperaturen im Sommer, sollte der Wassernapf mehrmals täglich bzw. nach Bedarf frisch gefüllt werden.

BARFEN, also das Füttern von rohem bzw. gekochtem Fleisch unter der Zugabe von Gemüse, Obst, Eiern etc., ist derzeit bei vielen Hundehaltern und Hundehalterinnen sehr beliebt. Beim BARFEN oder der Frischfütterung (B.A.R.F. steht laut der „Begründerin“ Debbie Trip dieser Fütterungsform für „Born Again Raw Feeders“, wird jedoch auch oft mit „Bones and Raw Food“ oder „Biological Appropriated Raw Food“ übersetzt) sollte 70 – 80 % der Gesamtfuttermenge aus Fleisch bestehen. Die verbliebenen Prozent werden mit Knochen (z.B. Kalbsknochen), Innereien und Gemüse aufgefüllt. Beim BARFEN ist die richtige Zusammenstellung des Futters von größter Wichtigkeit, da Ihr Hund sonst ernsthafte Mangelerscheinungen erleiden kann. Daher ist eine intensive Beschäftigung mit diesem Thema vorher unbedingt empfehlenswert (siehe unsere „Buchtipps“).

Wie beim Hundefutter, gibt es auch beim Katzenfutter eine große Auswahl an Nass- und Trockenfutter für jede Lebensphase Ihres Stubentigers. Die Katze zählt zu den Carnivoren (Fleischfressern) und sollte dementsprechend ernährt werden. Neben qualitativ hochwertigem Fleisch benötigt die Katze zusätzlich die Aminosäuren Taurin und Arginin, sowie die Vitamine A und B und Arachidonsäure.

Die meisten Katzen sind sehr trinkfaul, was auf ihre Abstammung von Wüstentieren zurückzuführen ist, weshalb der Katze neben einem Schälchen Trockenfutter immer frisches Wasser angeboten werden sollte. Trockenfutter entzieht dem Körper Wasser, weshalb die Tiere diesen Verlust ausgleichen müssen. Katzen trinken gerne an ungewöhnlichen Stellen, etwa aus den Abtropftassen von Blumentöpfen oder aus abgestellten Wassergläsern, weshalb es sich empfiehlt, mehrere Trinkgelegenheit anzubieten. Auch mögen es manche Katzen nicht, wenn ihr Trinknapf neben dem Futternapf steht. Entgegen der gängigen Meinung, sollte Katzen keine Milch zum Trinken angeboten werden, da erwachsene Katzen die in Kuhmilch enthaltene Laktose nicht verarbeiten können. Milch und Milchprodukte können bei erwachsenen Katzen zu Verdaungsproblemen mit schwerem Durchfall führen.

Nassfutter besteht zu 80 % aus Feuchtigkeit, wodurch der Flüssigkeitsbedarf der Katze im Normalfall gedeckt ist. Manchen Katzen darf aufgrund einer chronischen Erkrankung ( z.B. Gastritis) kein Trockenfutter mehr gefüttert werden. Die alleinige Fütterung von Nassfutter stellt jedoch kein gesundheitliches Problem für Ihren Stubentiger dar.

BARFEN ist auch unter Katzenbesitzern und Katzenbesitzerinnen sehr beliebt. Katzen sind reine Fleischfresser, der Gemüseanteil sollte demnach sehr gering sein. Der Zusatz wichtiger Aminosäuren und Vitamine ist auch beim BARFEN für Katzen sehr wichtig. Auch hier ist es empfehlenswert, vorher gewissenhaft zu recherchieren, damit Ihre Katze nicht an Mangelerscheinungen leidet (siehe unsere „Buchtipps“).

Sowohl bei Hunden als auch bei Katzen gilt, dass BARFEN vorher mit dem Tierarzt oder der Tierärztin abgesprochen werden sollte, um Mangelerscheinungen und daraus resultierende Erkrankungen zu vermeiden.

Sowohl im Hunde- als auch im Katzenfutter ist sehr oft Getreide enthalten. Wie beim Menschen reagieren manche Tiere mit allergischen Reaktionen auf Getreide, andere widerum nicht. Es ist ratsam Tiernahrung ohne Getreide zu füttern, da in den meisten gängigen Futtermitteln zuviel Getreide als Füllstoff beigemengt wird. Auch bei der Fütterung von Leckerlis ist es empfehlenswert jene zu füttern, welche nicht mit Zucker, Salz und anderen Geschmacksverstärkern angereichert wurden.